Longevity-Faktor Wohnraum
Wie viel lesen wir doch seit einiger Zeit über Menschen in den Blue Zones, deren «gesunde» Gewohnheiten und Ernährung als Longevity Faktoren. Das möchte ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Ich frage mich, wie sieht es mit dem grössten Einfluss-Faktor aus, der täglichen Atemluft? Wir halten uns ja ca. 90% unserer Zeit in Innenräumen auf! Deshalb:
Wie WOHNEN die Menschen in den Blue Zones?
Betonhäuser? Steinhäuser? Isolation? Heizung? Lüftung?
Denn Fakt ist: In «unseren» typischen Neubauten befinden sich ca. 50'000 chemische Stoffe. (Gem. Prof. Dr. Gunter W. Ammann-Jennson) Dass es dadurch Ausdünstungen in die Atemluft gibt, ist unvermeidbar. Während wir hier in der DACH-Region in immer besser gedämmten Wohn- /Arbeitsräumen mit künstlicher Belüftung sitzen, ohne echte Frischluft und ohne natürliche Sonnenstrahlung, (dafür mit dem erwähnten Chemie-Cocktail) wohnen die Menschen in den Blue Zones vorwiegend in atmungsaktiven Häusern aus lokalen Naturmaterialien.
Lokale Materialien: An den meisten Orten, auch auf Sardinien und Ikaria dominiert Naturstein, der im Sommer kühlt und im Winter Wärme speichert. Kork als Dämmmaterial. In Nicoya (Costa Rica) und Okinawa (Japan) kommen vermehrt Holz, Bambus und Tonfliesen zum Einsatz, welche die natürliche Luftzirkulation ermöglichen. Diese Materialien wirken auch ausgleichend auf die Luftfeuchtigkeit und beugen Schimmel vor.
Fließender Übergang nach draußen: Die Häuser haben oft einen vor Wind geschützten Innenhof, sodass die Bewohner sich auch in kühleren Zeiten eher im Freien aufhalten. Sei es zum Wäsche aufhängen oder zum Kaffee trinken und Spielen.
Eigener Garten: Häuser in den Blue Zones sind fast immer mit einem Stück Land verbunden. Direkt am oder hinter dem Haus befindet sich meist ein Gemüsegarten. Das zwingt die Bewohner bis ins hohe Alter zu leichter, täglicher Kniebeuge- und Gartenarbeit an der frischen Luft. Die Gebäude in den Blue Zones sind nicht luxuriös oder technologisch hochgerüstet. Sie sind einfach, funktional, gemeinschaftsorientiert und so konzipiert, dass sie den Menschen sanft dazu zwingen, in Bewegung zu bleiben.
Hanglage: Die Gebäude schmiegen sich an die natürliche Topografie an, was zu unebenen Wegen und Stufen rund um das Haus führt.

Wie wohnen wir in Westeuropa?
Zunehmend in besser isolierten, dichten Häusern, ohne natürlichen Luftaustausch, dies mit Folgen der Ansammlung von Ausdünstungen der Bau- und Wohngifte. Bei Lüftungsanlagen besteht die Gefahr von Verkeimung und signifikanter Reduktion der wertvollen, negativen Luftionen. Diese Luftionen sind es jedoch, welche verantwortlich sind für die gute Regeneration in Meeres- und Bergregionen.
Das Risiko für Schimmelbefall steigt einerseits durch die fehlende Luftzirkulation, andererseits wegen der künstlichen Materialien die keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen und abgeben können.
Innenraumgifte: Formaldehyd, Weichmacher aus Kunststoffen in den Innenraum-Verputzen, Duftspender, Mikroplastik, Desinfektionsmittel, Billig-Möbel uvm.
Möglicherweise erhöhte Radon-Werte aufgrund von Unterdruck im abgedichteten Haus.
Wie können wir die Situation bei uns verbessern:
- Wenn selber wählbar, beim Bau und bei der Einrichtung auf natürliche, diffusionsoffene Materialien achten. Genau Nachfragen beim Handwerker. Materialien wie Kalk, Lehm und Holz altern oft auch schöner, d.H. es stehen längerfristig weniger Unterhaltsarbeiten oder Neuanschaffungen an. Zudem «schlucken» diese Materialien auch den Schall besser und es entsteht ein angenehmeres Wohnklima. Ziehen Sie einen Baubiologen zu Rate.
- «Biophilic Design» schafft mit wenig Aufwand naturnahen, gesundheitsfördernden Wohnraum. (Bilder oder Wandverkleidungen aus Naturmaterialien)
- Richten Sie ein Lüftungssystem ein. Manuell oder automatisch.
- Beschaffen Sie sich ein Luftreinigungsgerät oder einen Sauerstoffbooster um gerade im Winter für eine ausreichende Luftqualität (Ionisierung) zu sorgen.
- Und ganz klar: Gehen Sie möglichst oft in den Wald oder laufen Sie barfuss im feuchten Gras etc.

Bildquellen: Adobe Stock/Gioco und Adobe Stock/Norbert Kiel
#mitochondria #mitochondrien #Zellgesundheit #EnergieTanken #zellkraft #cellularrenewal #zellregeneration #BiophilicDesign #Longevity #Wohngifte #Luftschadstoffe #gesundesWohnklima